Federico Temperini

Es sind zwei ungleiche Männer. Der mysteriöse alte Herr Federico Temperini und der Kölner Taxifahrer Jürgen Krause, den Temperini als Chauffeur anheuert. Und dann ist da noch Niccolò Paganini, der sozusagen mit den beiden im Taxi sitzt. Denn Temperini zieht Krause immer mehr hinein in seine obsessive Welt, in der sich alles um den einstigen Teufelsgeiger Paganini und dessen großartige Vergangenheit dreht. In feinster Erzählkunst kreist Theres Essmanns Novelle um die allmähliche Annäherung der ungleichen Männer und um Temperinis Geheimnis, das dieser nur widerstrebend preisgibt.

Eine Novelle über Vergänglichkeit und Verlust und über das Unvermögen, das Verlorene loszulassen. Über groß sein und klein sein und den Preis der Grandiosität. Und über das, was uns wahrhaft groß macht: unsere Menschlichkeit

Novelle, Verlag Klöpfer, Narr, Hardcover mit Lesebändchen, 164 Seiten, ISBN 978-3-7496-1026-6

Stimmen zum Buch

„Ein Erzähldebüt, das durch seine klare und schnörkellose Sprache überzeugt. (…) eine berührende Novelle. Empfehlenswert für die Liebhaber klassischer Musik, – aber auch für diejenigen, die (noch) nichts mit Oktav-Passagen, Kadenzen und Notationen anfangen können.“

Kathrin Stahl, Südwest Presse

„Das ist alles so fein, so selbstverständlich gewoben, so sauber und feinfühlig erzählt: Einfach nur überwältigend! Für mich ist diese Novelle ein Kandidat für jedweden kommenden Buchpreis!“

Malte Bremer, Literaturcafe (zur Rezension)

„Es ist ein feines Beziehungsgespinst, das Essmann hier aufbaut (…). Viel liegt in den gut konstruierten Dialogen, in denen der eine häufig fragt und der andere in seinen Antworten ausweicht und wir als Leser oder Leserin umso mehr erfahren, selbst wenn wir bisweilen nichts erfahren. (…) Nichts Überflüssiges wird hier erzählt, kein Wort zu viel.“

Wolfgang Tischer, Literaturcafe (zur Rezension)

„Starkes Buchdebüt. Mit ihrem literarischen Debüt setzt Theres Essmann auch dem Stargeiger Paganini ein kleines Denkmal.“

freitag.de (Blog) (zur Rezension)

„Eine makellos wunderbar geschriebene Novelle. Der erstaunliche Erstling einer Autorin, die lange gewartet hat, bis sie die literarische Bühne gleich mit einer Meisterleistung betritt, in ihrer Stilhaltung klassisch und modern zugleich.“

Sybille Knauss, Autorin

„Eine sehr lesenswerte Novelle, hochliterarisch, mit einer erstaunlich glaubwürdigen Entwicklung ihrer Hauptfiguren. Vor allem Jürgen Krause macht eine Entfaltung durch, die mit großer narrativer Authentizität besticht. Eine qualitativ hochwertige und deshalb sehr empfehlenswerte Bestandserweiterung für Belletristik-Abteilungen (…).“

Empfehlung des ekz.bibliotheksservice, April 2020

„Theres Essmann gibt mit dieser Novelle ein Debüt, das von einem musikalischen Gespür für Sprache und Rhythmus zeugt. „Federico Temperini“ entfaltet auf knappen Raum, gekonnt verdichtet, das Leben zweier Männer, erzählt von gescheiterten Lebensentwürfen und vom Neubeginn sowie von einer ungewöhnlichen Freundschaft. Und nicht zuletzt macht diese Erzählung Lust auf eine Taxifahrt durch das nächtliche Köln.”

Sätze & Schätze (zur Rezension)

„Theres Essmann schreibt sanft und leise, feinfühlig und warmherzig. Ihre stilsicher gestaltete Novelle „Federico Temperini“ weist auch tragikomische Züge auf – und endet hoffnungsvoll.”

Dieter Wunderlich (zur Rezension)

„Leise und intensiv, liebevoll. (…) Federico Temperini ist ein ganz besonderes Buch. Ein gelungenes Buch.”

LeseLustich (zur Rezension)

„Es ist eine Geschichte, von der man angesogen wird und die sehr sanft, aber auch sehr bestimmt, zuerst für Interesse, dann für Neugierde sorgt. Eine Geschichte, die über das hinaus führt, was Menschen sind: hin zu dem, was von ihnen bleibt. … So lese ich diese Novelle mit einem Gefühl zu Ende, das sich aus Traurigkeit und Zuversicht zusammen setzt; und bin sehr angetan von der zugleich menschlichen und fragilen Atmosphäre, die Theres Essmann auf diesen etwas mehr als 150 Seiten entwickelt.”

LiteraturBlog (zur Rezension)

„Am besten gelingt Theres Essmann in diesem Debüt der Blues des Ich-Erzählers über den abwesenden Sohn Leo. (…) Jürgen Krauses Psycho-Stress wird differenziert ins Bild gesetzt.“

Martin Oehlen, Bücheratlas (zur Rezension)

„Es bleibt spannend, was von Theres Essmann künftig zu lesen sein wird. Federico Temperini ist auf alle Fälle eine Novelle, die Lust auf mehr macht.“

Buch-Haltung (zur Rezension)

„Ein musikalisches, kleines Werk, das schön erzählt ist.“

leseschatz (zur Rezension)

„Theres Essmann blüht in der Novelle vor allem in der Bildsprache auf. Die Situationen, die Orte und Emotionen beschreibt sie so lebendig und pointiert.”

Leipzig lauscht (zur Rezension)

„Eine schöne und vielschichtige Novelle, die Lust aufs Zuhören und Lesen macht, interessante Figuren vorstellt und einen Sog entwickelt – das waren die spontanen Empfindungen, als Theres Essmann ihre Novelle beim Literarischen Forum in Wangen vorstellte. Klug konstruiert, glänzend erzählt – ein überraschendes Debüt, das ich gerne gedruckt sehe.“

Oswald Burger, Literaturveranstalter

Blick ins Buch

Also zog ich mein Notebook von der Fensterbank auf den Küchentisch und suchte im Internet. Paganini. In Italien geboren, Ende des 18. Jahrhunderts, und schon zu Lebzeiten eine Legende. Der erste Megastar der Musikgeschichte. Der Teufelsgeiger. Genauso stand das da. Weil er Geige spielte wie kein anderer, meist seine eigenen Werke, die waren offenbar gespickt mit technischen Raffinessen und höllisch schwer zu spielen, nicht zu vergleichen mit denen der anderen seiner Zeit, Beethoven und wie sie alle hießen, und ich hörte Temperini, wie er auf der Rückfahrt zwischen den Vordersitzen meines Taxis hindurch an irgendwelchen schwierigen Passagen herumnörgelte, die der Geiger im Konzert vorhin nicht gut hingekriegt hatte – und dabei seien sie nichts gegen die bei Paganini.

Der war durch ganz Europa kutschiert worden, der Eintrag listete dutzende Städte auf und las sich wie das Inhaltsverzeichnis meines Straßenatlas, Köln war auch dabei. Wo er auftrat, zahlten die Männer bereitwillig, und zwar das Vielfache der sonst üblichen Eintrittspreise, und ihre Frauen fielen reihenweise in Ohnmacht. Irgendwie kam da dann auch der Teufel ins Spiel: Wer so unheimlich gut Geige spielte, musste einen Pakt mit dem Satan haben. Zudem fanden die Leute, dass Paganini gruselig aussah. Mir ging es nicht anders. Ich fand viele Bilder, der Mann war offenbar dauernd gemalt worden. An eines erinnere ich mich besonders, vielleicht auch, weil es mir später in Temperinis Papierschnipseln wieder begegnete: Paganini, wie er dasteht und Geige spielt. Sehr groß und sehr dünn, Arme und Beine langgezogen und unnatürlich gebogen, als flösse sein Körper gallertartig um die Geige. Alles war düster, seine schwarze Kleidung, sein schwarzes schulterlanges Haar, der dunkle Hintergrund. Das einzig Helle waren seine Finger, lang wie Spinnenbeine, und sein Gesicht, wächsern bleich über die Geige gebeugt.

Blick ins Buch

Stimmen zum Buch

„Eine makellos wunderbar geschriebene Novelle. Der erstaunliche Erstling einer Autorin, die lange gewartet hat, bis sie die literarische Bühne gleich mit einer Meisterleistung betritt, in ihrer Stilhaltung klassisch und modern zugleich.“

Sybille Knauss, Autorin

„Eine schöne und vielschichtige Novelle, die Lust aufs Zuhören und Lesen macht, interessante Figuren vorstellt und einen Sog entwickelt – das waren die spontanen Empfindungen, als Theres Essmann ihre Novelle beim Literarischen Forum in Wangen vorstellte. Klug konstruiert, glänzend erzählt – ein überraschendes Debüt, das ich gerne gedruckt sehe.“

Oswald Burger, Literaturveranstalter